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"GERMAN MUT" - statt - "german angst"

Freie Demokraten - Stadtverband Schriesheim

 

 

 

Demokratie ohne Würdigung?

Frieder Menges (SPD) ist tief und aufrichtig zu danken. Ohne seine akribische Arbeit wäre der höchste demokratische Repräsentant, der je in Schriesheim gelebt hat, der frühere badische Staatspräsident Anton Geiß (SPD) in Vergessenheit geraten. Das jüngste Erinnerungstäfelchen wird der Symbolik und der Wertigkeit von Leben und Anlass einfach nicht gerecht. Nur durch Straßen-, Plätze- und Gebäudenamen wird jemand sichtbar geehrt. In Schriesheim dominieren da Strahlenberger und Kurpfalz. Beiden schien der Ort egal zu sein. Ihre Kriege brachten mehrfache Zerstörung und ein Leben weit entfernt von Freiheit und jeglicher Mittelaltermarktromantik. Das größte politische Denkmal im Ort war ein bis 1945 weit in der Ebene sichtbares Hakenkreuz. Das möchte doch bitte nicht alles gewesen sein? Kriegsgedenkstätte und jüdischer Friedhof sind bedeutende Orte drängender Fragen und die notwendige, überdeutliche Erinnerung an Zeiten, die wir nie wieder erleben möchten. Wir grenzen uns aber positiv zu diesen Zeiten ab, wenn wir darüber hinaus das Freiheitliche dieses Landes deutlich sichtbar machen, Identität durch Anerkennung dieser Realität schaffen. Für Alt- und Neu-Schriesheimer, Deutsche und Zuwanderer. Für alle, die unabhängig von Herkunft, Glaube und Hautfarbe dazugehören wollen. Was verbindet diese? 175 Jahre kommunale Selbstverwaltung 2008. 200 Jahre Verfassung in Baden 2018. 75 Jahre Baden-Württemberg 2020. 75 Jahre Grundgesetz und Bundesrepublik Deutschland 2024. Das alles hat Schriesheim deutlicher und positiver verändert als alle Epochen davor und zwischendrin. Aber womit dokumentieren und feiern wir das? Der Name Anton Geiß vereinigt das alles in sich - überparteilich. Ein Täfelchen ist gar nichts. Der Brunnen vor dem Rathaus könnte einem von Schriesheimer Künstlern neu gestalteten Anton-Geiß-Platz weichen, finanziert durch Spenden Schriesheimer Bürger, Banken und Firmen, die alle gemeinsam von Demokratie und Freiheit profitieren. Ingo Kuntermann, FDP-Stadtverbandsvorsitzender

 

Zur Erinnerung:

 

 

Vorschlag „Anton-Geiß-Weg“ (ging seinerzeit an alle Fraktionen im Stadtrat)

 

Die FDP Schriesheim schlägt den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Schriesheim sowie dem Stadtrat von Schriesheim vor, man möge darüber nachdenken, den bisher nicht namentlich gekennzeichneten Weg unterhalb der Strahlenburg durch die Weinberge Richtung Dossenheim im Jahr 2014 in „Anton-Geiß-Weg“ zu benennen.

Als Begründung erlaube ich mir vorzutragen:

Mit Namen von Straßen und Plätzen wollen wir auch die aufrechten, und am Wohle des Volkes orientierten Demokraten würdigen, und damit an die stolzen Zeiten unserer Geschichte erinnern. Den Zeiten der Demokratien in unserem Land. 

Es ist an der Zeit, dass wir einen verdienten Demokraten und Schriesheimer Bürger zum Namenspatron eines Weges oder einer Straßen küren.  

Die Demokratie lebt davon, dass die Leistungen ihrer Politik anerkannt werden, und sichtbar sind. Sichtbar durch Namensgebung.

Wir leben seit 1949 in einer Demokratie, die uns Menschenwürde, Freiheit, Recht, Frieden und einen vorher noch nie gekannten Wohlstand für die größtmögliche Zahl unserer Menschen beschert hat. In der Tat ist die Zeit seit 1949 als die glücklichste Zeit der Deutschen in ihrer gesamten Geschichte anzusehen. Nach allen objektiven Maßstäben und subjektiven Erfahrungen.

Die Weimarer Republik war mit denselben guten Vorsätzen und Inhalten gestartet. Sie übernahm die Verantwortung für die Niederlage des Ersten Weltkriegs, den sie nicht verursacht hatte. Sie übernahm die Aufgabe, die Gesellschaft und die Politik in die Demokratie zu überführen. Die Weimarer Republik übernahm es, gegen eine erbitterte und mächtige Opposition ein bankrottes Land zu regieren, Millionen schwer verletzter Kriegsveteranen zu versorgen, zugleich enorme Entschädigungen für die früheren Kriegsgegner aufzubringen.

Die Leistungen der Weimarer Demokraten sind der Aufbauleistung der Demokraten der Bundesrepublik Deutschland absolut gleich zu setzen.

1891 trat Anton Geiß in die SPD ein, 1908 wurde er zum Vorsitzenden der badischen SPD, 1893 zum Mannheimer Stadtverordneten gewählt. 1907 wurde er wieder gewählt, ab 1911 war er Vorstand der Stadtverordnetenversammlung. 1895 wurde er in den Badischen Landtag gewählt, dem er bis 1903 und dann wieder von 1909 bis 1921 angehörte.

Vom 10. November 1918 bis zum 2. April 1919 war Geiß Vorsitzender der Provisorischen  Badischen Regierung und anschließend vom 2. April 1919 bis zum 14. August 1920 erster Staatspräsident von Baden. Seinen Lebensabend verbrachte er ab 1933 in Schriesheim und verstarb 1944 in unserer Stadt.

Der frühere badische Staatspräsident und Sozialdemokrat Anton Geiß war der Chef der „Weimarer Koalition“ in Baden aus SPD, Zentrum und der DDP. Er war ein solider, verdienter Demokrat. Er war zu seiner Zeit der höchste politische Repräsentant der Weimarer Demokratie in Baden.

Wäre Anton Geiß nicht am 03. März 1944 in Schriesheim verstorben, sondern hätte er das Ende des „Dritten Reiches“ überlebt, wäre er sicherlich zu den ersten Wahlen in Württemberg-Baden ab September 1945 aufgestellt worden. Somit hätte er auch eine Rolle bei der Gründung der Bundesländer der späteren Bundesrepublik Deutschland und in deren Politik nach 1945 spielen können, so wie andere, frühere Vertreter der Weimarer Republik auch.

Wir, die Schriesheimer FDP als Nachfolgepartei auch der DDP, mit der Anton Geiß koalierte, zusammen mit dem Zentrum, einer Vorgängerpartei der CDU, wollen ihn und seine Bemühungen in seiner Zeit ehren. Liberale haben zusammen mit Sozialdemokraten und Zentrumsleuten im „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, in der Tradition des Hambacher Festes 1830 und der Revolution von 1848/49 aktiv für die deutsche Demokratie und gegen deren erklärte Feinde gekämpft. In diesem Sinne ist Anton Geiß auch einer von uns allen. 

Daher schlagen wir vor, den oben genannten Weg durch die Weinberge nach Anton Geiß zu benennen. Schon dieser Weg ist symbolisch. Von ihm aus kann man weit ins Land blicken, bei gutem Wetter hinüber bis zur Haardt. Auf dieses schöne und fruchtbare Land. Unsere Heimat. Von diesem Weg aus ist klar sichtbar, dass die deutsche Demokratie und ihre Politiker alles menschenmögliche getan haben, um uns Deutschen ein wahrhaft „Goldenes Zeitalter“ in Freiheit, Frieden und Wohlstand zu bereiten.

Anton Geiß steht aber nicht nur für die hohe Politik in den Hauptstädten Badens, Baden-Württembergs und Deutschlands. Er steht stellvertretend auch für die Zehntausende von politisch tätigen Demokraten. In der Vergangenheit und in der Gegenwart. Er steht für all jene, die sich immer viel Kritik anhören müssen, aber selten ein Lob bekommen.

Daher schlagen wir vor, diesen Weg entsprechend auszuschildern und darin Anton Geiß nicht nur mit seinen Lebensdaten aufzuführen, sondern auch in seiner höchsten staatlichen Funktion und mit seiner Parteizugehörigkeit.

Die Umsetzung würde sich im Jahr 2014 anbieten, aus Anlass der 1.250-Jahr-Feier Schriesheims und des 65. Geburtstages der Bundesrepublik Deutschland.

Freundliche Grüße

Ingo Kuntermann, Stadtverbandsvorsitzender

 

FDP Schriesheim

www.fdp-schriesheim.de