Die Werte des Handwerks werden gebraucht – in der Politik und der Kommunalpolitik! Ein Nachtrag zum Bundesparteitag der FDP
Sollte, könnte, müsste, sind drei im Handwerk sehr unbeliebte Wörter. Ein Bauteil passt oder es passt nicht. Eine Schaltung funktioniert oder sie funktioniert nicht. Sollte, könnte oder müsste, führt zu Fehlern und letztendlich zum Scheitern eines Projektes.
Die Fehlertoleranz im Handwerk ist niedrig, denn jeder Fehler hat unmittelbare Konsequenzen. Fehler sind teuer und sichtbar. Erfolgreiche Handwerker vermeiden Fehler durch Sorgfalt, Erfahrung und Lernbereitschaft. Ihr Handeln muss immer ergebnisorientiert sein. Eigentlich ist diese Grundeinstellung eine gute Voraussetzung, um auch in der Politik erfolgreich zu sein. Warum aber sind in der Politik so wenige Handwerker vertreten?
Von 630 Bundestagsabgeordneten sind nur 6 Handwerksmeister. Die größte Berufsgruppe stellen die Juristen. Die meisten Abgeordneten kommen zudem aus dem öffentlichen Dienst. Allein 92 Abgeordnete haben Politikwissenschaft studiert.
Im neu gewählten FDP-Präsidium und Bundesvorstand sieht es noch schlechter aus. Hier ist kein Vertreter des Handwerks mehr in Präsidium oder Vorstand gewählt worden.
Das ist nicht gut für die FDP und enttäuschend für alle Handwerker.
Zum Handwerk zählen rund 1.000.000 Betriebe mit rund 5,6 Millionen Menschen. Das Handwerk erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 770 Milliarden € und bildet fast 30 % aller Azubis aus.
In der Politik allerdings ist das Handwerk traditionell unterrepräsentiert, denn Politik funktioniert leider anders als Handwerk, hier zählt nicht das Ergebnis, sondern die Kommunikation. Plattitüden statt Reformen. Inszenierungen statt Entscheidungen. Populismus statt Realität. Ideologie statt Physik.
Damit unser Land wieder erfolgreich wird, benötigt unsere Politik und unsere FDP wieder mehr Werte aus dem Handwerk. Unabhängig vom jeweiligen politischen Standpunkt. Probleme sehen und benennen, Lösungen umsetzen, Verantwortung übernehmen. Sollte, könnte, müsste ist kein Modell für die Zukunft.
Für die FDP Schriesheim
Erik Schwarz